Die große Reformpädagogin Maria Montessori lebte mit ihren wohlhabenden Eltern in Rom. Ihre Mutter besaß ein gutes Gespür für soziale Verantwortung. So beauftragte sie ihre Tochter schon ganz jung, mit einem behinderten Kind aus der Nachbarschaft wöchentlich Spaziergänge zu tätigen. Maria lernte auf diese Weise, wie man sich anderen gegenüber anpassen muss, wie man aufmerksam Hilfestellungen leistet - und eine Menge Geduld. Gleichzeitig erteilte die Mutter ihrer Tochter die Aufgabe, für die armen Leute im Viertel Schals und Mützen zu stricken. Die kleine Maria strengte sich an, und mit der Zeit wandelten sich Aufgaben in Begabungen.
Später studierte Maria Montessori, nachdem sie zuerst Ingenieurin werden wollte, Medizin, wurde Ärztin, um sich danach als Lehrerin auszubilden und ihren Weg als Reformpädagogin zu gehen. Lagen die Fähigkeiten ihr im Blut oder in den Genen, schlummerte da etwas in ihrer Seele? Nein, das Einfühlen in das behinderte Kind und das Erlernen der Geduld beim Stricken waren die ersten Bausteine auf dem Weg zur wegeleitenden Lehrerin.
In diesen Tagen des beginnenden Schul- Studien- und Lehrjahres, aber auch vieler Chor- und Kircheninitiativen können wir von dem Kind Maria Montessori lernen:
Frag nicht lange, sondern pack an, was oder wer vor dir liegt -
Frag nicht, was dir nützt, sondern was auch anderen zugutekommt -
Auf diese Weise hat mancher seinen Beruf gefunden oder singt heute im Chor oder strickt - wie in Breitenbach - auch heute noch „Füßlinge“.
Gesegnete Anfänge Pfarrer Gregor Arndt
