Pfingsten beschließt im Kirchenjahr den Osterfestkreis. In den fünfzig Tagen seit dem Aufer-stehungsfest standen die Texte der Apostelgeschichte im Mittelpunkt. Da wird zuerst von der Begeisterung der Auferstehung Jesu berichtet und von der Hoffnung, die Menschen beflügelt. Aber es gibt auch Texte, die vom Aufprall der Kulturen erzählen. Die Christen, die in Athen oder in Antiochien, wo man sie zum ersten Mal Christen nannte, leben, haben andere Bräuche und religiöse Traditionen als die vom Alten Testament geprägten Judenchristen in Jerusalem.
Die „Stracke“ wäre auf dem Tisch in Ephesus schon möglich, in Jerusalem ein Sakrileg.
Die junge Kirche entwickelt in dieser Diversität einen eigenen Kommunikationsstil:
- Unterschiede in den Ansichten werden besprochen und Personen beauftragt, die eigene Meinung bei den anderen zur Sprache zu bringen.
- Die junge Kirche organisiert ein Apostelkonzil, um sich ein Gesamtbild zu verschaffen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
- Beten und Fasten gehören zum Verständigungsprozess dazu
- Die reichen Gemeinden der neuen Christen halten Kollekte für die arme Kirche in Jerusalem.
Der gemeinsame Wille, in der Einheit mit Christus und allen Christengemeinden zu bleiben, mündet in ein gegenseitiges Einfühlen und Rücksicht nehmen. Kulinarisch übersetzt: Jerusalem akzeptiert die „Stracke“ und die Athener verzichten aus Rücksicht auf die Blutwurst.
Papst Franziskus hat zu einer großen WELTSYNODE eingeladen. Der Synodale Weg der deutschen Kirche ist ein „lebendiger Baustein“ dabei. Der Katholikentag in Stuttgart aber auch die Feier der Firmung zu Pfingsten in unserer Pfarrei sind Wegstationen, die uns als Christen miteinander und mit unserem HERRN verbinden.
Gesegnete Pfingsttage Pfarrer Gregor Arndt
