Dass Berlin nicht nur unsere Hauptstadt, sondern auch eine Weltstadt ist, ist allgemein bekannt. Berlin steht für Größe, Lebendigkeit und das Miteinander unterschiedlichster Kulturen, Religionen und Gruppen. Aber auch für große Kontraste: arm und reich, Obdachlose am Alexanderplatz, wo sich Konsum und Tourismus die Hand geben, oder Drogenabhängige in den erholsamen Parks.
Kontrastreich sind auch die „Gärten der Welt“ am Rande Berlins. Ohne einen Tipp wäre ich dort wohl nicht gelandet. Mit der Seilbahn schwebt man hinein und wieder hinaus. Dort fühlt es sich paradiesisch an. Englischer Garten, Japanischer Garten, Chinesischer Garten – um nur einige zu nennen – nehmen mit auf eine kleine Weltreise und laden zum Staunen ein.
Aber sie verwundern auch: Wie viel Verschiedenheit es doch in der Welt gibt! Manchmal kaum auszuhalten – und doch so schön.
Auch unsere Kirchorte sind solche Gärten. Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Erfahrungen und Vorstellungen kommen zusammen. Manches ist vertraut, anderes fremd. Und doch erinnert uns Paulus: „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.“ (1. Korinther 12,4)
Wir müssen nicht alle gleich sein, um zusammenzugehören.
Vielleicht können wir von den „Gärten der Welt“ etwas lernen: offen zu bleiben für das Fremde, einander Raum zu geben, über die Vielfalt zu staunen und Kontraste beim Namen zu nennen.
Stephan Burmeister
