WORT ZUM SONNTAG

Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens

Ich habe eine Cousine, deren Ehemann aus der Ukraine stammt und in den USA als Kraftfahrer arbeitet. Sie selbst ist als Entwicklungshelferin tätig und oft in Usbekistan; ihre Eltern stammen aus ehemals Ostpreussen, ihre Mutter und meiner Cousine Zuhause ist Werder an der Havel – so bunt ist die Welt zwischen Deutschland und der Ukraine.

 In der Ukraine holte einst die Zarin Katharina deutschsprachige schwäbische und sächsische Siedler ins Land. Unter Stalin wurden die „Deutschen“ vertrieben. Juden im ehemaligen Galizien, Kosaken auf der Krim, alles gehört zu Geschichte und Gegenwart der Ukraine. Zu dieser Geschichte gehört auch, dass vor über tausend Jahren von Kiew aus das Russische Reich entstand. Damit begann eine Entwicklung, die in den russischen Weiten Menschen in ihrer Vielfalt zusammenbrachte. Unter anderem etablierte sich die russisch-orthodoxe Kirche, die den Menschen auch ein religiöses Band schenkte. Der russische Präsident Wladimir Putin beruft sich auf die Geschichte des Kiewer Rus und möchte – und wenn nötig mit Waffen – dieses Reich wieder herstellen. Er hat recht, wenn ihm das Zusammenbringen von Menschen, in deren Geschichte es Berührungspunkte gibt, am Herzen liegt; es schafft Unrecht, wenn er dies mit Gewalt tut.

Papst Benedikt XV hat in der schweren Zeit des Ersten Weltkrieges 1917 zum ersten Mal den Begriff der „Vereinten Nationen“ ins Gespräch gebracht. Er wollte, dass bei aller Verschiedenheit Völker miteinander Beziehungen organisieren. Papst Benedikt XVI hat davor gewarnt, den Glauben mit der Zugehörigkeit zu einer Nation zu verbinden. Zu schnell werden Waffen gesegnet. „Friede sei mit euch“ war das erste Wort des auferstandenen Jesus an seine Jünger

 

Mit der Fürbitte um Frieden                                                    Pfarrer Gregor Arndt