Am 4. Oktober feiert die Kirche das Fest des Heiligen Franziskus. Auch außerhalb der Kirche ist er zum Teil bekannt, z. B. als ein Mann, der die Schöpfung liebt und lobt. Die Wurzel seiner Beziehung zur Natur, zu den Menschen und seines Lebens überhaupt ist seine tiefe Christusverbundenheit. Gott hat Franziskus ein leidenschaftliches, weites Herz geschenkt, in das er die Menschen und auch die ganze Schöpfung aufgenommen hat. Er war erfüllt von dem Frieden, den Christus allein geben kann. Das wird z.B. sichtbar, als Franziskus sich einem der Kreuzzüge seiner Zeit anschließt, nicht, um zu kämpfen, sondern um zum Frieden beizutragen. Unbewaffnet und ganz allein macht er sich auf den Weg zum Sultan. Er führt mit ihm Gespräche über Gott und die Welt. Der Sultan ist von Franziskus tief beeindruckt und macht auch ein Friedensangebot an die Kreuzfahrer, was aber leider von den Verantwortlichen damals nicht angenommen wird. Erst später wird ein ähnliches Friedensabkommen abgeschlossen.
So wie der heilige Franziskus sind auch wir aufgerufen in dieser oft so friedlosen Zeit, dem Frieden Raum zu geben. Das muss nicht so spektakulär und unter Einsatz unseres Lebens verlaufen, wie damals, als Franziskus zum Sultan ging. Aber es geht, wie bei ihm auch, um unser Herz. Wenn z. B. Verletzungen, Zorn, Stolz es belasten, braucht es Heilung, damit das Dunkle sich nicht immer weiterverbreitet. Franziskus wusste, dass diese Heilung nur bei Jesus zu finden ist. Jesus wartet immer auf uns und will uns Frieden schenken.
Eine gesegnete Zeit und ein frohes Franziskusfest!
Schwester M. Johanni Wieners, Thuiner Franziskanerin
