So (Bild 1) etwa sah Pfarrer Brodmann 1954 ein Waldstück am Fuße des Eschberges, und er hatte eine Vision: hier könnte eine Mariengrotte nach dem Vorbild der Lourdes-Grotte entstehen.
Als er diese Idee der Gemeinde vorstellte, fand er ein großes Echo und Begeisterung. Was dann kam, war eine gewaltige Leistung der Wingeröder.
So wurde am 18.Mai 1954 damit begonnen, einen wüsten Ort mit altem Bauschutt, vielen großen Steinen und vielem Unkraut zu entrümpeln. Es gab keinen Bagger oder eine Planierraupe, mit deren Hilfe die Arbeit gemacht werden konnte. In rastlosem Eifer waren in den Abendstunden die Männer, aber auch Frauen, Kinder und Jugendliche dabei, um diesen Schutt wegzuräumen. (Ich war mit dabei, damals 15 Jahre.) Aus einer Chronik geht hervor, dass 386 Fuhren von Bauern geleistet wurden, um alles wegzufahren und neue Steine heran zu schaffen.
Herr Carl Wenderott (Vater von Paul Wenderott) hat sich besondere Verdienste erworben. Er hat alles organisiert und rangiert. Die meisten Arbeiten sind unentgeldlich geleistet worden. Andere gaben ansehnliche Spenden, so dass das Werk finanziert werden konnten, z.B. Steine bezahlt. Dann war es eine sehr mühevolle Arbeit, aus dem Berggelände Steine herauszubrechen. Errichtet wurde die Grotte dann von der damaligen Baufirma Adolph Wehling. Das Herzstück der Grotte, die hölzerne Marienfigur, wurde vom Bildschnitzer Josef Auge aus Beuren hergestellt.
Eingeweiht wurde die Grotte am 31.Mai 1956 durch den Bischöflichen Kommissarius Probst Streb in Heiligenstadt (Bild 2).
So ist vor 70 Jahren diese heute und in den vielen Jahren davor oft und gern besuchte Grotte entstanden.
Am 3.Mai 2026 haben wir nun das 70-jährigr Bestehen dieser Grotte festlich begangen (Bild 3-6).
Nach einer Andacht, in der auch das Entstehen der Grotte durch Pfarrer Dr. Marx noch mal dokumentiert wurde, war Gelegenheit zum geselligen Beisammensein. Für das leibliche Wohl mit Getränken und Bratwurst hat ein Team des Kirchortrats Wingerode zusammen mit ihren fleißigen Ehemännern gesorgt.
Die Grotte wurde in den 70 Jahren immer von Einwohnern aus dem Ort gepflegt. In der letzten Zeit und auch weiterhin waren und sind Hiltrud Senft und Rita Struthmann am Werk.
Im Sommer kommen viele Spaziergänger zu den Maiandachten an die Grotte, und auch an Wochentagen kommen viele Senioren und auch junge Muttis mit Kinderwagen hier her.
Möge dieser schöne Ort weiter Anziehungskraft für Besucher und Spaziergänger ausüben, aber auch für Wanderer an diesem offiziellen Wanderweg.
Text: Christa Kramer
Fotos: Christa Kramer und Gerlinde Künzel





